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NA-Workshop im Appenzell 2. Juli - 7. Juli 2010

NA-Workshop im Appenzell 2. Juli - 7. Juli 2010 NA-Workshop im Appenzell 2. Juli - 7. Juli 2010

Am Freitag, den 2. Juli, fuhren wir mit zwölf Leuten bei strahlendem Wetter um 14:30 Uhr Richtung Appenzell ab. Alle waren gespannt, was sie erwarten würde und waren froh etwas Abstand von der Stadt und dem Lärm zu bekommen. Nachdem wir eine kurze Pause in der Raststätte Thurau gemacht hatten, kamen wir um ca. 17:00 Uhr im Appenzell an. Wir liefen hoch zum Zeltplatz mit dem Tippi und mussten noch ein weiteres Zelt aufbauen, damit alle eine Unterkunft hatten. Den ersten Abend liessen wir nach der Meditation bei schönem Wetter am Lagerfeuer ausklingen.

Doch dann war es mit dem angenehmen Wetter vorbei. Am Samstag hat es morgens in Strömen geregnet, so -  dass wir für den ersten Tag schon umplanen mussten. Das war jedoch kein Problem, da unser Organisator, Hans, selbst bei Hagel einen Plan B gehabt hätte. Also gingen wir den Morgen etwas gemütlicher an und verrichteten Dinge innerhalb des Hauses und am Nachmittag, als der Regen nachliess, konnten wir draussen mit der Einstellungsarbeit (= Lebens-Einstellung, also eine Einstellung, die die Wahrnehmung und somit die Handlungen eines jeden geprägt hat) beginnen. Am Abend war dann der Auftritt des Fun & Action Komitees, welches wetterbedingt auch umdenken und die Wasserballschlacht verschieben musste.

Leider war es am Sonntag wieder das selbe mit dem Wetter. So wurde kurzfristig das Montagsprogramm auf Sonntag verschoben und wir gingen einen Tag früher in den Säntispark, um uns zu entspannen. Die Wetterprognosen waren für den Montag auch nicht vielversprechender. Wir hatten jedoch unseren Organisator, dem das alles nichts ausmachte. Auch am Montag genossen wir einen gut organisierten Tag - trotz des Wetters. Wir haben dann einfach am Morgen einen Film über Vipassana geschaut, anstatt uns draussen aufzuhalten. Am Nachmittag liess der Regen glücklicherweise kurzfristig nach, so dass wir nach draussen gehen und weitere Personen ihre Einstellungsarbeit machen konnten. Wie schon an den vorherigen Tagen war das Wetter am Morgen ganz schlecht, besserte sich jedoch am Nachmittag, so dass die letzten zwei Personen ihre Einstellungsarbeit fertig stellen konnten. Damit war unser letzter Tag der persönlichen Arbeit vorbei und wir waren alle sehr geschafft, aber auch glücklich.

Ironie des Schicksals ist, dass wir genau bei dem Wetter abreisten, bei dem wir angekommen waren. Bei strahlend blauem Himmel verliessen wir das Appenzell um 12:30 Uhr wieder Richtung Zürich. Nach einem Zwischenstopp in derselben Raststätte wie auf der Hinfahrt waren wir um ca. 14:30 Uhr wieder zurück im start again.

Herzlich danken möchten wir Ruth, Marcel und Lukas für ihre Gastfreundschaft und die köstliche Verpflegung.

F.M. Klient, Juli 2010

 

Volleyball-Turnier verschiedener Suchttherapien

Am 25. Juni um ca. 11.30 haben sich die vier Volleyball-Teams des start again auf den Weg nach Luzern gemacht. Alle haben sich auf das Turnier gefreut, die Klienten waren motiviert ohne jedoch besonders nervös zu sein. Unsere Gebete wurden erhört, somit war uns auch Petrus wohl gesinnt und das Wetter traumhaft schön. Also ideale Voraussetzungen für ein Turnier. Die Reise mit Auto und Kleinbus verlief gut, war kurzweilig und gegen 13.00 erreichten wir die, nahe der Aussenhofmatt gelegene Spielwiese.

Es waren schon mehrere Teams anwesend, die schon mit dem Aufwärmen beschäftigt waren. Viele der Teilnehmer haben vorab noch eine kleine Stärkung zu sich genommen. Was uns umso leichter fiel, da es nicht nur genug zu essen gab, sondern die angebotenen Sandwichs und Getränke auch anspruchsvolle Geniesser zu überzeugen wussten. Danke deshalb an dieser Stelle dem verantwortlichen Catering-Team, aber auch dem Organisations-Komitee, welche alle infrastrukturellen Details, sowie das erforderliche Material im Griff hatten und nichts unberücksichtigt liess. Umstände, welche wesentlich dazu beitrugen, dass der Anlass ohne Probleme und reibungslos ablaufen konnte. Die Stimmung war gut und allmählich trafen auch die restlichen, der insgesamt 16 Mannschaften ein, so dass die Spiele schliesslich rechtzeitig angepfiffen werden konnten. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Mannschaften der Institutionen Aussenhofmatt, Lehn, Casa Fidelio, Lilith, Drogenforum Innerschweiz und start again. Das Turnier dauerte an die vier Stunden und verlief zum grössten Teil spannend und ausnahmslos fair und respektvoll. Die vier Teams des Start again hiessen Klopfer, Placebo, Clean and Crazy und start again-Staff. Während die Mannschaften Placebo und Klopfer mit je zwei gewonnenen und zwei verlorenen Spielen den 14. bzw. 12. Platz belegen konnten, gelang es den Spielern der Mannschaft Clean and Crazy den vierten Platz zu erobern. Welcher der beiden Qualitäten, clean oder crazy, für das gute Ergebnis ausschlaggebender war oder es am Ende an der gewagten Symbiose der beiden Eigenschaften lag, entzieht sich meinem sportpsychologischen Urteilsvermögen. Der – bis zum nächsten Jahr – anhaltende Stolz des start again waren und sind allerdings die Stürmer und Dränger des start again-Staff. In einem hart umkämpften, Sagenumwobenen und Hymnen inspirierenden Finale, gelang es ihnen die furchteinflössenden Gladiatoren des Casa Fidelio zu überwinden und somit den ersten Platz zu belegen.

Nach dem Turnier nahmen die Spieler ihr wohl verdientes Bad im kühlen Nass des nah gelegenen Flusses. Auf diese Weise erfrischt schritten dann alle zur anschliessenden Preisverleihung und zum eben so verdienten Buffet. Auch dieses liess in lukullischer Hinsicht nichts zu wünschen übrig. Das reichhaltige Salatbuffet und die Gemüsespiesse waren ausgezeichnet und die karmischen Rückschläge verursachenden Grilladen heiss begehrt. Die Tatsache der, in unverhältnismässig hoher Zahl liegen gebliebenen Soyawürste und Tofuplätzchen, sind für den Verfasser dieser Zeilen allerdings nicht nachvollziehbar und werden wohl noch so einige Reflexionen nach sich ziehen. Auch an dieser Stelle an die, für dieses Essen Verantwortlichen ein grosses Lob und Dankeschön. Nun verhält es sich ja so, dass der Mensch durch ein blosses, ausschliessliches und ununterbrochenes Glücks- und damit einhergehenden Hochgefühl in seinem spirituellen Fortschreiten und Wachstum, eher gehemmt, jenes auf Dauer gar verunmöglicht wird. Auch diesbezüglich wurde dieser Abend aufs vorzüglichste abgerundet und die daran Teilnehmenden ins kosmische Gleichgewicht zurückversetzt; und zwar in Form des Fussballspiels Schweiz-Chile. Wer es gesehen hat und immer noch an der, nichts dem Zufall überlassenden, alles im Gleichgewicht erhaltenden Hand einer höheren Macht zweifelt, ist und bleibt ein hoffnungslos Ungläubiger.

U. W. Klient, Juni 2010

 

Yoga Tage 2010

Am Montagmorgen, den 31. Juni 2010 war es soweit, Father Joe, der bereits Sonntagnachts angekommen war, beehrte uns für drei Tage Yoga. Punkt 11.00 Uhr stellte er sich jedem einzelnen der Gruppe vor. Viele von uns kannten ihn nicht und hatten grossen Respekt vor den kommenden Yoga-Tagen. Er erzählte uns, dass er selbst einmal süchtig war und seit 42 Jahren Yoga praktiziert. Mittlerweile hat er über 52 Krypta-Stationen in Indien.

Er machte uns klar, dass es wichtig sei, nicht nur die Gedanken mittels Psychotherapie zu regenerieren, sondern auch unseren Körper, welcher unser Tempel sei. Es gäbe nur einen Weg diesen zerstörten Tempel wieder aufzubauen und wir würden ihn mögen: “It’s the way of pain!! But you can be your architect!“ Father Joe hatte eine solch fesselnde Ausstrahlung, dass wir alle aufmerksam zuhörten. Er erklärte uns einfach und mit viel Humor wie der Mensch funktioniert und wie Süchtige denken. Wir haben drei Systeme (Immunsystem / Nervensystem / Zentrales Nervensystem). Zusätzlich wird unser Körper, wie das ganze Universum, in die fünf Elemente eingeteilt:

 Erde:                Füsse

Feuer:              Genitalbereich und Solar Plexus

Wasser:           Bauch

Luft:                 Atmungsapparat

Äther:               Kopf

Mit Übungen werden diese harmonisch eingespielt. An den folgenden Tagen stärkten wir vor allem unsere Herzmuskulatur, die bei den meisten von uns auf Grund des Drogen- und Nikotinskonsums, ziemlich geschädigt ist. Die Übungen waren streng und schmerzhaft, wie von ihm angekündigt. Father Joe erklärte uns, dass bei Süchtigen die ganze Energie zum Kopf oder dem Genitalbereich gewichen sei. Mit Yogaübungen kann man die Kopfenergie nach unten und die Sexualenergie nach oben arbeiten. Beide Energien sollten sich beim Herzen treffen. Ausserdem stärkten wir unser Immunsystem und Nervensystem. Die Übungen bewirkten auch, dass sich unser Geist beruhigt (peace in mind). Auch unser Zentrales Nervensystem (Wirbelsäule) wurde reaktiviert und verjüngt, was zum Teil mit lautem Stöhnen verbunden war. Am Nachmittag verbrachten wir die meiste Zeit mit Atemübungen in Verbindung mit den 5 Elementen. Wir machten auch Meditation-Atemübungen und stiessen bei Father Joe auf Unverständnis, dass die meisten von uns rauchen. In Indien sei das ungefähr so, wie wenn ein Zuckerkranker Insulin spritzt und nachher ein Kilo Zucker zu sich nehmen würde! Am Ende jedes Tages machten wir noch Entspannungsübungen.

Unsere Körper wurden von Tag zu Tag müder. Am Mittwochnachmittag sagte er uns, dass wir eine der besten Gruppe der letzten 10 Jahren gewesen seien. Der Abschieds-Apéro war geprägt von guter Stimmung, Kuchen und Chai-Tee. Selten haben wir eine so ausgeglichene Persönlichkeit wie Father Joe erlebt. Wir freuen uns auf nächstes Jahr. Thank You!!!

S.B. + G.B. Klienten, im Mai / Juni2010

 

Volleyballturnier 2010

Volleyballturnier 2010 Volleyballturnier 2010

In den letzten Tagen vor dem Turnier liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Alle Klienten, sowie das OK-Team waren dabei und halfen unser alljährliches Highlight, das Volleyballturnier, auf die Beine zu stellen. Wie jedes Jahr meinte es auch diesmal Petrus wieder gut mit uns und es blieb den ganzen Tag über trocken. Langsam trafen die verschiedenen Teams ein und die Hallen füllten sich. Die meisten Teams stammen aus der Deutschschweiz. Zwei der Teams nahmen jedoch einen etwas längeren Anreiseweg auf sich. Wie jedes Jahr war ein Gastteam aus Berlin dabei und zum ersten Mal kam auch eine Therapiegemeinschaft aus dem Tessin ans Turnier. Darüber haben wir uns sehr gefreut. In drei verschiedenen Hallen wurde ein Spiel nach dem anderen ausgetragen. In den Gruppenspielen fanden schon erste spannende Matche statt. Besonders interessant war das Spiel des Kliententeams gegen das Staff-Team vom start again. Trotz Anspannung und hohem Einsatz standen Fairplay und die gute Stimmung stets im Vordergrund. Und so gab es dann auch bis zum Schluss keine Verletzte. Neu gab es dieses Jahr ein Rahmenprogramm für Kinder. Diese freuten sich über die Märchenstunde am Vormittag und konnten am Nachmittag auf einem „Blasio-Luftschloss“ rumhüpfen. Um fünf Uhr fand das Final statt. Es spielten die Lettenfischli gegen die Drogenliga Berlin. Und die Berliner schafften es dann auch den Pokal zum zweiten Mal in Folge mit nach Hause zu nehmen. Wir hoffen also, dass sie nächstes Jahr wieder am Turnier teilnehmen, um ihren Titel zu verteidigen. Nach der Siegerehrung galt es alles aufzuräumen, was zackig ging, da alle gemeinsam angepackt haben. Dafür haben wir dann auch von Jürg, dem Abwart der Turnhallen, ein grosses Kompliment bekommen.

Wir danken allen, die mitgeholfen haben diese Veranstaltung möglich zu machen. Ein spezieller Dank geht an den Rotary-Club Zürich-Adlisberg, der es uns durch seine grosszügigen Spenden jedes Jahr aufs Neue ermöglicht das Turnier durchzuführen und auch jedem Team einen Preis zu überreichen. Dem OK-Team danken wir für die Organisation und den Einsatz. Merci! Und hoffentlich bis zum nächsten Mal…

L. Niedermann Mitarbeiter, im April 2010

 

Theatertage Frühjahr 2010

Theatertage Frühjahr 2010

Die farbenfrohe Aufführung verlief bis ins kleinste Detail einfach erstklassig. Die fliessenden Übergänge, der Lichtwechsel, die schnellen Bühnenumbauten, das Einspielen der passenden Musik und die originelle Moderation, funktionierten im Ablauf einfach einwandfrei. Unsere tollen Laiendarsteller, die mit viel Herz und Engagement in ihren Rollen aufblühten, konnten das Publikum gänzlich fesseln und wurden mit stürmischem Beifall dafür belohnt.

Im Mafiaepos “Der Spieler“ durfte man knisternde Spannung, Tragik, und ein überraschendes Ende miterleben. Die Darbietung im Stück “Flucht“ war angefüllt mit prickelnder Erotik und völliger Hingabe - immer wieder brachen die Zuschauer vor Lachen in Tränen aus. Das Stück “Die letzte Reise nach Rom“ überzeugte mit feiner Komik und einem tragisch-traurigen Ende und verhalf so zu einem wundervollen Abschluss.

Der Vorhang ist gefallen und alle sind froh und erleichtert. Vergessen sind die anfänglichen Befürchtungen zu versagen, die Ängste sich zu blamieren, Widerstände, Anspannungen und Vorurteile. Vergessen die verschiedenen Wahrnehmungsübungen, das mühevolle Ausfeilen, die sich ständig wiederholenden Proben und die hektischen Vorbereitungsarbeiten. An dieser Stelle gleich noch ein herzliches Dankeschön an unsere professionelle Schauspiellehrerin Marina. Sie war das tragende und führende Element durch die schwierigen Tage. Merci dafür! Mit viel Geduld, Charme und Einfühlungsvermögen eröffnete und unterstützte sie uns bei unseren ersten unsicheren Schritten auf dem Weg zum Theaterspiel. Ihre Motivation und Hingabe wirkten ansteckend und begünstigte so ein aufmerksames Arbeiten, dass in uns Überraschendes zum Vorschein brachte. Das ausgezeichnete Resultat zeigte sich in einer Abwechslungsreichen geglückten Aufführung. Alles in allem ein herzerfrischendes Theater, an das man sich gerne erinnert.

Zum Abschluss möchte ich noch an alle Dank aussprechen, die dabei waren. Den namenlosen Planer im Hintergrund, jene die am Rande mithalfen oder sich mittendrin aufhielten, dabei mit ihrer Erfahrung und Einsatz inspirierten und sich damit loben dürfen zu einer vergnüglichen und stimmungsvollen Theateraufführung beigetragen zu haben.

R.H. Klient, im März 2010

 

Ski Ausflug nach Davos 2010

Ski Ausflug nach Davos 2010 Ski Ausflug nach Davos 2010

Am 26.02.2010 machten sich 14 Klienten mit vier Begleitern auf den Weg Richtung Davos, um dort für zwei Tage den Therapiealltag hinter sich zu lassen und in den Bergen neue Kraft zu tanken.

Die Stimmung war gut, trotz einiger nicht eingeplanter Schwierigkeiten. Nach zwei Stunden Autofahrt und zwei Stopps für Verpflegung und Schneekettenkauf, kamen wir endlich in Davos an. Dort holten wir die Ski- und Snowboardausrüstungen für jene Klienten, welche keine eigene hatten. Danach gaben wir unser Gepäck bei einer Seilbahn auf, da wir den Aufstieg zur Berghütte zu Fuss angehen mussten. Die Berghütte war wunderschön in Mitten der Skipiste gelegen. Der Aufstieg hatte es jedoch in sich. Es ging eine gute Stunde bergauf und der Weg war mit Neuschnee bedeckt. Ein Klient konnte auf Grund einer Verletzung nicht so weit laufen, darum kam er in den Genuss einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Schneeratrak. Zwei Begleiter und ich, welche mit dem Verletzten auf das Schneetaxi warteten, kamen dann nach einer halben Stunde Marsch auch noch in den Genuss von einer Schneeratrak-Fahrt. Der Koch der Berghütte kam uns mit zwei aneinander gebundenen Schlitten entgegen und zog uns die restliche Strecke bis zur Berghütte hinauf. Ich selber wurde zweimal vom Schlitten abgeworfen, was ziemlich lustig war. Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, gab es schon Abendessen - ein feines Raclette. Die Stimmung war sehr schön. Anschliessend machten wir noch gemeinsame Spiele, wobei viel gelacht wurde.

Am nächsten Morgen hatten wir eine herrliche Aussicht auf die imposante Bergkulisse von Davos. Der blaue Himmel versprach beste Wetterbedingungen für einen gelungenen Tag in den Bergen. Wir stärkten uns mit einem Frühstück und dann ging es los! Wir starteten mit einer Abfahrt ins Tal. Da eine der Begleiterinnen aus Davos kommt, führte sie uns in ein wenig bekanntes und eher kleines Skigebiet. Dort hatten wir die Skipisten beinahe für uns alleine. Es war ein herrlicher Tag. Am Abend waren alle zufrieden und müde.

 R.H., im Februar 2010

 

Erlebnislager 2009

Erlebnislager 2009 Erlebnislager 2009 Am 12.10. fuhren wir in zwei Gruppen Richtung Schwanden Glarus ab. Es waren Klienten aus allen Wohngruppen dabei. Schon während der Fahrt konnten wir das wunderschöne Panorama des Glarnerlands bestaunen und bekamen so einen Vorgeschmack darauf, was dieser von Bergen umringter Kanton zu bieten hat.
Nachdem alle gesund und munter angekommen sind, bezogen wir in einem kleinen, gemütlichen Jugendhaus unsere Schlafplätze. Anschliessend bekochte uns die Lagerleitung mit einem wunderbaren Curry. Der Abend wurde mit lustigen Gesellschaftsspielen abgerundet.
Am Dienstag spielte das Wetter nicht wie erhofft mit, so dass ein Alternativprogramm zur geplanten Wanderung durchgeführt wurde. Zunächst fuhren wir am Morgen nach Näfels in den Freulerpalast (Museum des Landes Glarus). Dort kamen wir nebst den interessanten geschichtlichen Einblicken, in den Genuss der Sonderaustellung „Glarner Geräusche und Klänge“. Danach ging es Richtung Weesen wo wir zwei Kegelbahnen mieteten. Mit dem Resultat: Überraschende Ergebnisse und zwei Stunden Spass und Begeisterung.
Mittwochs erlaubte uns das Wetter endlich eine kleine Wanderung durchzuführen. Wir fuhren an den Klöntalersee, um diesen zu umrunden. Dabei wurde eine therapeutische Übung eingebaut, in der wir zuerst einen Gegenstand aus der Natur suchten, welcher zu einem passt. Danach war die Aufgabe eine Skulptur zu bilden, mit den einzelnen Gegenständen der jeweiligen Wohngemeinschaften. Dies stellte die Gruppensituationen visuell dar und bot uns die Möglichkeit unbewusste Botschaften besser zu erkennen. Am Abend zauberte die Kochgruppe ein „Zürigschnätzlets“ mit Nudeln.
Tags darauf konnten wir Klienten das Tagesprogramm mitbestimmen. Eine Abstimmung fiel dann klar zugunsten des Alpamares aus. Viele von uns waren schon seit Jahren nicht mehr dort gewesen und konnten es so wieder neu entdecken. Als Krönung gab es am Abend noch feine Torten verschiedener Art. Das anschliessende Abschlussritual bestand aus einem Fackellauf im Dunkeln. Dabei konnte sich jeder noch einmal überlegen, was die Gruppe und jeder Einzelne von dieser gemeinsamen Zeit mitnimmt.  
Am letzen Tag standen noch Putzarbeiten an, welche sehr effektiv mit viel Teamwork ausgeführt wurden. Die Vermieter waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Gegen Mittag traten wir schliesslich unsere Rückreise nach Zürich an. Wir blicken trotz des schlechten Wetters auf ein sehr gelungenes Lager zurück.

I.M. Klient, im Oktober 2009
 

Intensivtage im Appenzell vom 28.06.-1.07.2009

Intensivtage im Appenzell vom 28.06.-1.07.2009 Intensivtage im Appenzell vom 28.06.-1.07.2009 Wir fuhren mit zwei Bussen von start again ins Appenzell, eine wunderschöne Landschaft aus kleinen Hügeln, saftigen, grünen Wiesen, herzigen Bauernhöfen und echten Appenzeller Kühen, die auch den originalen Appenzeller Käse produzieren.
Sehr gastfreundlich wurden wir von Ruth, Marcel und deren vier hübschen, blonden Töchtern auf dem Bio-Bauernhof empfangen. Nicht zu vergessen Lucas, ein Mitbewohner des Hofes, der uns ein exquisites indisches Mahl zubereitete.
Alle die dachten wir seien jetzt angekommen, für die kam noch die Überraschung. Unser Tipi war 10 Minuten Fussmarsch, den Berg hinauf, entfernt, wo auch unser Gepäck hin wollte. Es gab drei Übernachtungsmöglichkeiten, im Heustock, im grossen Tipi oder im Zelt. Am besten schliefen die im Tipi auf der Schafswolle, die aus dem Heu flüchteten nach einer Nacht ins weniger bequeme Zelt.
Am zweiten Tag führte uns Hans durch den 11. Schritt des NA-Selbsthilfeprogramms, was in uns eine geballte Gefühlswelle auslöste. Den Abend verbrachten wir mit gemeinsamen Spielen, die uns wieder in die Realität zurück holten.
Der dritte Tag war Entspannung pur für Geist und Körper im Säntispark. Als Abschluss erlebten wir in der letzten Nacht die Macht der Natur mit Blitz und Donner. Auch dies war ein einmaliges Erlebnis.

Vielen Dank
N.S. KlientIn, im Juni 2009

 

Yoga-Intensiv-Tage mit Father Joe

Yoga-Intensiv-Tage mit Father Joe Yoga-Intensiv-Tage mit Father Joe Yoga…einige KlientInnen wussten schon, was da auf sie zu kommen würde, doch für die meisten war es ein völlig neues Thema. Ein Gebiet, bei dem man sehr intensiv an seinem Körper und Geist arbeitet. Vor den Yogatagen durften wir KlientInnen eine Yogaeinschulung von Béla geniessen. Er selbst praktiziert schon seit Jahren Yoga und bietet auch Kurse an. Béla führte uns in die Atemtechnik ein und zeigte uns damit, wie man gegen die inneren Widerstände oder „kleinen Krisen“, die der Körper hervorruft, am Besten vorgehen kann.

Endlich standen die Yogatage vor uns und wir empfingen Father Joe am Sonntagabend im Start Again. Doch wer ist Father Joe als Person? Es wurde im Vorfeld sehr viel von ihm gesprochen und erzählt, so dass wir schon eine starke Vorstellung von ihm erhielten. Father Joe arbeitet in seiner Heimat Indien schon seit über 40 Jahren mit Drogenabhängigen und hat dort um die 51 Therapiezentren für Suchterkrankte auf die Beine gestellt. Alljährlich reist er als sehr gefragter Yoga-Lehrer um die Welt. Mit seiner Fachkenntnis und Liebe zum Yoga ist er wahrlich ein Meister auf diesem Gebiet.
Bereits bei der ersten Yogalektion von Father Joe machten wir Bekanntschaft mit unserem Körper und seinen Organen: der Lunge, der Leber, den Nieren und dem Herzen und sagten ihnen, für die einen auf fast schmerzhafte Art und Weise, mal Hallo und aktivierten somit unser Kreislauf- und Nervensystem. Wir nahmen Positionen ein, die unter Spannung gehalten werden mussten. Durch strecken und drehen der Wirbelsäule, durch anspannen der Muskeln und dem Dehnen der Sehnen werden die verschiedensten Körperteile und Systeme angeregt und die Organe, vor allem das Herz gestärkt. Father Joe fügte zu all seinen Anweisungen sehr wissenswerte und beeindruckende Kommentare hinzu, welche uns Aufschluss über die gesundheitlichen Vorteile von Yoga und den Energiefluss in unserem Körper brachte. Alle Teilnehmer kamen an ihre körperlichen Schmerzgrenzen, welche hin und da mit einem Stöhnen und Ächzen betont wurden. Es war jedoch wichtig, sich bei den Stellungen auf eine ruhige und tiefe Atmung zu konzentrieren und zwischen gutem und schlechtem Schmerz zu unterscheiden. Es sollten alle ihr Mass finden und es auch halten können.
Father Joe führte uns streng aber mit einer sehr sympathischen Weise durch sein Programm und stand immer, wenn nötig, zur Hilfe bereit. Auch seine treffenden Sprüche brachten immer wieder etwas Lockerung und Entspannung in unsere Gemüter. Als ich zum Beispiel mit meinen Händen zu meinen Füssen vorzudringen versuchte, schaute er zu mir und sagte: „You were born as an eagle, but you live like a chicken“. Ich fand dies sehr lustig und nahm mir deshalb fest vor, ein Adler zu werden.

Am Ende der drei Tage verabschiedeten wir Father Joe mit einem gelungenen Apéro und liessen den Abend gemeinsam ausklingen. Ich denke, dass alle in diesen Tagen viel dazu gelernt haben. Ich meinerseits werde auf jeden Fall die drei Yoga-Intensiv-Tage mit Father Joe in positiver Erinnerung behalten.

T.v.R. Klient, im Juni 2009
 

Ausflug ins Sensorium

Nachdem Hans uns in einem Selbsthilfe - Workshop über Neurobiologische Vorgänge bezüglich Sucht in unseren Hirnen aufgeklärt hatte und uns dabei den Besuch des Sensoriums empfahl, planten wir einen Ausflug ins „Sinnestäuschungs­labor“, im Kanton Bern. Die Hinfahrt gestaltete sich zu Beginn reichlich amüsant mit unserem Rennfahrer „Heinz“ am Steuer. Heinz, Rennfahrer…? War das schon die erste Sinnestäuschung? Ganz sicher aber erlebten wir die erste Täuschung als wir uns kurz vor Ankunft im Sensorium verfuhren und eine Frau nach dem Weg fragen mussten. Die Antwort; „Dir sitt komplett fausch“ bestätigte uns, dass wir bereits das erste Mal getäuscht wurden. Beim Eingang zum Sensorium, nachdem wir es schlussendlich doch noch gefunden hatten, verweilten wir schon bereits das erste Mal, als einige von uns begannen, sanft, mit Gefühl, einer Klangschale wohltuende Klänge zu entlocken. Die Klänge widerspiegelten sich sichtbar im Wasser der Klangschale und waren durch Vibrationen durch den ganzen Körper wahrnehmbar. Nicht minder faszinierend war das Summloch. Ein quaderförmiger Stein, mit einer kopfgrossen Aushöhlung. Neugierig steckte ich meinen Kopf hinein und begann Summtöne von mir zu geben. Nach ausprobieren verschiedener Summtöne, fand ich schliesslich diejenige Tonlage, welche meinen ganzen Körper in Schwingung versetzte. Vergleichbar mit einer wohltuenden Tiefenmassage. Die meiste Zeit verbrachte ich aber in einem schalldichten Raum, in welchem drei verschiedene Gongs aufgestellt waren. Vorsichtig liess ich den grössten der drei, mit einem feinen Schlag erklingen. Langsam begannen sich angenehme Schallwellen durch meinen ganzen Körper auszubreiten. So langsam wie sie mich eingenommen hatten, verliessen sie mich nach einer ganzen Weile auch wieder. Nun versuchte ich es mit einem härteren Schlag. Die Schallwellen kamen erneut langsam in mich, steigerten sich dann aber bis zu einem fast unaushaltbaren Zustand, bis ich schlussendlich den Gong, durch Anfassen stoppen musste. Unglaublich was dieses Instrument in der Lage war, in mir auszulösen. Weitere Installationen liessen einen Einblick gewähren, wie unser Auge sieht, unser Ohr hört, unsere Nase riecht, die Haut fühlt, die Finger tasten, die Füsse verstehen, die Hand begreift, das Gehirn denkt, das Blut pulst und unser Körper schwingt. Ein faszinierendes Erlebnis! Auf der Heimfahrt, kurz nach dem Gubristtunnel, wurden unsere Sinne ein letztes Mal auf die Probe gestellt, als wir mit dem Therapiebus einen Ferrari überholten. War das wieder eine optische Täuschung? Konnten wir unseren Augen trauen?

D.G. Klient, im Juni 2009

 

Volleyballturnier 2009

Volleyballturnier 2009 Samstagmorgen um sieben Uhr besammeln sich die start again Klienten um die letzten Vorbereitungen fürs Volleyballturnier zu treffen, die schon seit Wochen im Gange sind. Um acht Uhr beginnen die ersten Spiele. Ich bin tierisch nervös.
Langsam treffen die verschiedenen Mannschaften ein, die Hallen füllen sich. Wir haben wie jedes Jahr sogar zwei Gastmannschaften aus Berlin zu Besuch, die zu den am meisten gefürchteten Gegnern gehören.
Viele Mannschaften haben sich dieses Jahr angemeldet, so dass in drei verschiedenen Hallen jeweils ein Spiel nach dem andern gespielt werden kann. Der Ablauf klappt wie am Schnürchen. Man merkt, dass dies nicht das erste Volleyballturnier ist, das start again organisiert.
Der strahlend blaue Himmel und die hohen Temperaturen verbreiten gute Stimmung. Die Hallen und der Vorplatz füllen sich mit immer mehr Menschen. Ich freue mich, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Man kennt sich von früheren Anlässen, aus Entzügen oder von der Gasse. Umso schöner die Leute in so gesundem und fiten Zustand, lebendig und voller Energie und Lebensmut wiederzusehen!
Aus den Reihen von start again gibt es drei Klienten Mannschaften und eine Mannschaft der Mitarbeiter, so dass ich entweder mit Spielen oder Fanen beschäftigt bin. Ich weiss nicht, was mich nervöser macht beim Volleyball, das Zuschauen oder das selber Spielen. Mein Adrenalinspiegel ist jedenfalls enorm hoch.
Die ersten Spiele verlieren wir, wir nehmens mit Gelassenheit. Wir hatten unsere Mannschaft völlig spontan kurz vor dem Turnier noch angemeldet. Zwei Spieler sind ganz neu in die Therapie eingetreten. Unsere jüngste Spielerin steht heute zum fünften Mal in ihrem Leben auf dem Feld, muss unseren dritten Mann, der sich vor einer Woche die Kreuzbänder gerissen hat ersetzen und macht das super!
Wir sind noch eine ziemlich chaotische Mannschaft aber hoch motiviert. Spass ist alles und den haben wir!
Um fünf Uhr findet das grosse Finale statt. Wie jedes Jahr, es scheint schon fast Tradition zu sein, spielen die Zürcher Lettenfischli gegen die Berliner Drogenliga 1.
Die letzten zwei Jahre haben die Fischli vom Letten gewonnen. Schaffen sie es zum dritten Mal, dürfen sie den Wanderpokal, der ganze Stolz von unserem Chef Bruno, behalten? Doch es hat nicht sollen sein. Die Drogenliga 1 siegt und holt den Pokal nach Berlin. Na dann bis nächstes Jahr: „ ÄS BLIIBT SPANNEND..“!
Nach der Siegerehrung gilt es alles aufzuräumen, was zackig geht, da Teamer und Klienten alle gemeinsam anpacken. Volleyballturnier abräumen, Clean – Disco, die jeweils nach dem Turnier bei uns im start again statt findet, aufbauen. Zwischendurch haben wir glücklicherweise noch zehn Minuten Zeit zum Duschen und uns zu erfrischen, um dann beim Abtanzen wieder im Schweiss zu baden.
Um neun spielt "Kitten got claws", eine rockige Band, die die Stimmung schon mal richtig ankurbelt. Für den Rest des Abends steht Dani, ein Mitklient, hinter dem DJ – Pult und heizt den Besuchern so richtig ein. Auf seinen Sound hab ich mich schon lang gefreut. Zu recht, denn es geht, wie erwartet, voll ab. Die Musik ist rattenscharf, die Tanzfläche voll, die Stimmung super. Es wird getanzt bis zum Umfallen, und hätten wir wegen Therapierahmung und so nicht schon um eins dicht machen müssen, wir hätten im NA – Raum der Suchttherapie start again wahrscheinlich bis in die frühen Morgenstunden weitergemacht.
Last night the DJ saves life!
Und das alles ohne Drogen, ohne einen Tropfen Alkohol: echt cool !

Wir danken allen, die mitgeholfen haben, diese Veranstaltungen möglich zu machen. Wir danken dem Rotary – Club Zürich-Adlisberg, der Metzgerei Reif, Bäckereien Berner und Hürlimann, Franz Ott unserem Hauswart, dem OK - Team und allen, die am Turnier und an der Clean- Disco dabei waren und Spass hatten: Merci!
Bis zum nächsten Mal…und denkt dran: „ Bliibed suuber…!!“

S.L. Klientin, im Mai 2009

 

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